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Lehrgrabung

Die Lehrgrabung der Abteilung Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie im Tagebau Inden (Cornelia Majehrke M.A.)

Seit 2012 bietet das Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Bonn Studenten die Möglichkeit ihre praktischen Fähigkeiten in der archäologischen Feldarbeit im Rahmen des Projektes „Von der Spätantike zum Hohen Mittelalter. Landschaftsarchäologische Untersuchungen im Raum Inden Pier“ zu erproben.

 

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Baucontainer und Grabungszelt der Mannschaft Inden/Pier vor dem Braunkohlebagger


Im Zuge einer 2012 vierwöchigen und 2013 sechswöchigen Lehrgrabung in den Sommermonaten August und September erlernten die Studenten das Handwerk archäologischer Grabungen von Grund auf – beginnend mit den notwendigen Grobarbeiten zur Freilegung der einzelnen Befunde mit Hilfe von Spaten, Schaufel, Kellen und Kratzen bis hin zur ordnungsgemäßen Dokumentation sämtlicher Arbeitsschritte.
Priorität ist es, den Teilnehmern eine selbstständige Arbeitsweise zu ermöglichen. Die Studenten nahmen ihre zuvor freigelegten Befunde eigenständig fotografisch auf und dokumentierten sie Schritt für Schritt.
Ab dem Jahr 2013 lernten die Studenten zudem neue Möglichkeiten der digitalen Dokumentationsweise kennen.               


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Größere Plana müssen von der Leiter aus foto-               Lehrgrabung 2012: Handschriftliche Dokumentation
grafiert werden und je nach Stand der Sonne                  und Beschreibung eines Befundes
abgeschattet werden, um ein gutes Foto er-
zielen zu können

  

Hierfür werden die notwendigen Aufzeichnungen nicht wie bisher handschriftlich auf Formblätter niedergeschrieben, sondern mit Hilfe eines Laptops in eine Datenbank eingetragen, die sich auf einem Server im Rechenzentrum der Universität Bonn befindet.

Die notwendigen Kenntnisse zur Bodenart- und Farbbestimmung wurden zu Beginn der Lehrveranstaltung vermittelt, konnten jedoch während der Grabung jeder Zeit erneut erfragt und vertieft werden.
Sowohl 2012 als auch 2013 untersuchten die Teilnehmer der Lehrgrabung das in Pier bereits in den 1980er bekannte merowingerzeitliche Gräberfeld und konnten einen großen Beitrag zur Erfassung der Ausdehnung eben dieses beitragen. Trotz der enormen Beraubungsrate des Reihengräberfriedhofes gelang es den Studenten einige schöne Beigaben zu bergen. In beiden Jahren wurden Funde gemacht, welche auf Grund ihres schlechten Erhaltungszustandes nur in Form einer Blockbergung sicher geborgen werden konnten.
Zugleich aber konnten sie sich einen klaren Eindruck davon machen wie hart, witterungsabhängig und schmutzig die Arbeit im Felde sein kann. Erfahrung, die viele von ihnen nicht zu machen erwartet hatten.

 

 

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Für die Bodenartbestimmung muss das entnommene        Die Farbbestimmung erfolgt mit Hilfe von Farb- 
Sediment bleistift-dünn ausgerollt und auf seine Bindig-     tabellen, die mit dem Sediment abgeglichen werden
keit getestet werden                                                          müssen                                   

 

 

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Der im Block zu bergende Fund wird mit Cellophan              Die Studenten arbeiten an den Erd- und Kammer-
bedeckt. Lockere Erde wird zur Stabilisierung darauf            gräbern, die dicht nebeneinander liegen
verteilt. Danach wird alles mit Gipsbinden umwickelt
bis der gesamte Block von einer schützenden
Schicht umgeben ist.

 

 

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Eines der wenigen Gräber mit guter Knochenerhaltung         Ein stark korrodiertes Sax, das leider nicht in situ
                                                                                           gefunden wurde

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Ein Sturzbecher aus Glas konnte am Fußende eines             Eine bronzene Riemenzunge, die zu den Waden-
der Gräber entdeckt werden
                                                 winkeln einer Frau oder eines Mädchens gehört
                                                                                           haben muss

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Um das Skelett frei zu präparieren, müssen bis-
weilen unangenehme Körperhaltungen in Kauf
genommen werden

 

 

 

Als Belohnung für die vier- und sechswöchigen Mühen feierten Lehrgrabungsteilnehmer wie auch Stammmannschaft am Ende der gemeinschaftlichen Arbeiten in beiden Jahren ein kleines Abschluss-Grillfest.

 


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Studenten und Stammmannschaft beim wohlverdienten Grillfest

 

 

 

 

 

 

                     

 

 

 

 

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